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Zitat von Gast am 10. Februar 2025, 07:09 Uhr„Wir müssen sie verringern“
Trump-Entscheidung trifft Russlands Wirtschaft mit voller Wucht – aus ungeahntem Grund
Donald Trump will die Ölpreise drücken. Das könnte in Indien zu einer wichtigen Entscheidung führen. Putin hätte das Nachsehen.
Washington – „Ich werde Saudi-Arabien und OPEC fragen, die Ölkosten zu verringern“, hatte US-Präsident Donald Trump am 23. Januar beim Weltwirtschaftsforum in Davos angekündigt. „Wir müssen sie verringern, und ich bin ehrlich gesagt überrascht, dass man das nicht schon vor der Wahl getan hat“, sagte er weiter. Sollten die Preise sinken, würde der Ukraine-Krieg „sofort“ enden. Indien kann dabei eine Schlüsselrolle spielen.
USA wollen Ölpreise senken – Indien könnte Russlands Wirtschaft um Milliarden bringen
Schrumpfende Erdölpreise würden den Kreml-Diktator Wladimir Putin um wichtige Einkünfte bringen. Hier kommt Indien ins Spiel: Das Land hat sich zu einer dermaßen starken Volkswirtschaft entwickelt, dass die Kaufentscheidungen globale Auswirkungen verursachen können. Eine Analyse des Thinktanks Center for European Policy Analysis (CEPA) aus Washington zeigte auf, dass ein Wandel der indischen Kauflaune Russlands Wirtschaft schwer treffen würde – immerhin importiert Indien mittlerweile 1,6 Millionen Barrel Öl Rohöl pro Tag. Seit 2021 bedeutet das fast eine Vertausendfachung der Importe.
Donald Trump in Washington.© IMAGO / Newscom / GDADas hatte Russland erlaubt, die westlichen Sanktionen vergleichsweise gut wegzustecken. So konnte das Land Einkünfte mit Rohöl-Exporten generieren, obwohl der wichtige Markt Europa größtenteils weggebrochen war. Jetzt könnte US-Präsident Trump Indien, das derzeit rund 40 Prozent der russischen Rohöl-Exporte ausmacht, dazu bringen, das Öl lieber aus den Vereinigten Staaten zu kaufen. Putin würde auf Ölexporten im Wert von 108 Milliarden US-Dollar sitzen bleiben.
Dafür hätte Trump mehrere Werkzeuge, von denen eines bereits Wirkung zeigt. CEPA schlug zwei weitere Optionen abseits der Sanktionspolitik vor: Vorteilhafte Verkaufsbedingungen oder „Bündel-Deals“, die auch Flüssigerdgas einschließen. Um bei Indien aber mit besseren Preisen zu landen als Russland, müssten die USA ordentliche Rabatte anbieten – genau das hatte Putin getan und verkauft Indien sein Öl zu teils enormen Vergünstigungen. Andernfalls würde er auf dem Öl sitzen bleiben. CEPA sieht bereits bei einer Halbierung der russischen Ölimporte für Indien einen signifikanten Verlust für Russlands Wirtschaft voraus.
USA verstärken Ölproduktion – und hängen Saudi-Arabien ab
Indien gehört zwar ebenso wie Russland dem BRICS-Bündnis an, kauft Putins Öl aber keineswegs aus ideologischen Gründen. Neu-Delhi geht es ausschließlich um den Preis – in der Vergangenheit hatte das Land bereits angekündigt, sofort auf den Mittleren Osten umschwenken zu würden, sollte sich der Kauf fort als rentabler herausstellen.
Oder eben aus den USA. Die Vereinigten Staaten haben bei der Ölproduktion angezogen wie kaum ein anderes Land. Wie die U.S. Energy Information Administration (EIA) mitteilt, sind dafür massive technologische Innovationen verantwortlich. Die Behörde gab an, dass die USA derzeit mehr Rohöl produzieren als es je eine andere Nation je getan hat – und das bereits seit sechs Jahren in Folge. Pro Tag produziert das Land durchschnittlich 12,9 Millionen Barrel Öl (Stand 2023), was den Rekord von 12,3 Millionen Barrel pro Tag (2019) in den Schatten stellt.
Aktuell gebe es kein Land, das mit dieser Produktion mithalten könnte. Sogar der saudi-arabische Öl-Titan Saudi Aramco soll kürzlich Pläne, die Produktionskapazität bis 2027 auf 13 Millionen Barrel pro Tag erhöhen zu wollen, gestrichen haben. CEPA warnte in diesem Zusammenhang jedoch vor Auswirkungen auf den heimischen US-Markt. Ein verstärkter Export könnte zu höheren Preisen innerhalb des Landes führen.
Schwachstelle von Russlands Wirtschaft – USA sanktionieren die Schattenflotte
Rohöl und Gas sind bereits vor Jahren ins Visier der Westmächte in Bezug auf etwaige Sanktionen geraten. Kein Wunder: Die beiden Rohstoffe sind für Russlands Wirtschaft die wichtigsten Exportgüter. Die G7-Nationen hatten, um die Gewinne aus diesem Exporthandel zu verringern, bereits einen Ölpreisdeckel eingesetzt, der russisches Öl künstlich billiger halten sollte. Diesen hatte Putin allerdings mit der berüchtigten Schattenflotte teilweise umgangen.
Gleichzeitig leidet Russlands Energiesektor unter ukrainischen Angriffen. Die Ukraine hatte im Januar einen Tage andauernden Großangriff mit Drohnen auf verschiedene russische Raffinerien und Produktionsstätten von Öl und Gas begonnen, außerdem griff sie Gas- und Ölpipelines an.
Und zuletzt zeigte eine indische Maßnahme die Wirksamkeit von US-Sanktionen. Nach einer Sanktionswelle von Anfang Januar, die auf die russische Schattenflotte zielte, hatten nicht nur chinesische Häfen diesen Tankern den Einlass verwehrt, einige indische Finanzinstitute hatten damit begonnen, Zahlungen für russisches Rohöl zu blockieren. Das hatte Energy Intelligence am 20. Januar berichtet. Aus Sorge vor möglichen Folgen von Sekundärsanktionen hatten sich staatliche Banken, darunter die State Bank of India, zunehmend vorsichtig verhalten.
„Wir müssen sie verringern“
Trump-Entscheidung trifft Russlands Wirtschaft mit voller Wucht – aus ungeahntem Grund
Donald Trump will die Ölpreise drücken. Das könnte in Indien zu einer wichtigen Entscheidung führen. Putin hätte das Nachsehen.
Washington – „Ich werde Saudi-Arabien und OPEC fragen, die Ölkosten zu verringern“, hatte US-Präsident Donald Trump am 23. Januar beim Weltwirtschaftsforum in Davos angekündigt. „Wir müssen sie verringern, und ich bin ehrlich gesagt überrascht, dass man das nicht schon vor der Wahl getan hat“, sagte er weiter. Sollten die Preise sinken, würde der Ukraine-Krieg „sofort“ enden. Indien kann dabei eine Schlüsselrolle spielen.
USA wollen Ölpreise senken – Indien könnte Russlands Wirtschaft um Milliarden bringen
Schrumpfende Erdölpreise würden den Kreml-Diktator Wladimir Putin um wichtige Einkünfte bringen. Hier kommt Indien ins Spiel: Das Land hat sich zu einer dermaßen starken Volkswirtschaft entwickelt, dass die Kaufentscheidungen globale Auswirkungen verursachen können. Eine Analyse des Thinktanks Center for European Policy Analysis (CEPA) aus Washington zeigte auf, dass ein Wandel der indischen Kauflaune Russlands Wirtschaft schwer treffen würde – immerhin importiert Indien mittlerweile 1,6 Millionen Barrel Öl Rohöl pro Tag. Seit 2021 bedeutet das fast eine Vertausendfachung der Importe.
Das hatte Russland erlaubt, die westlichen Sanktionen vergleichsweise gut wegzustecken. So konnte das Land Einkünfte mit Rohöl-Exporten generieren, obwohl der wichtige Markt Europa größtenteils weggebrochen war. Jetzt könnte US-Präsident Trump Indien, das derzeit rund 40 Prozent der russischen Rohöl-Exporte ausmacht, dazu bringen, das Öl lieber aus den Vereinigten Staaten zu kaufen. Putin würde auf Ölexporten im Wert von 108 Milliarden US-Dollar sitzen bleiben.
Dafür hätte Trump mehrere Werkzeuge, von denen eines bereits Wirkung zeigt. CEPA schlug zwei weitere Optionen abseits der Sanktionspolitik vor: Vorteilhafte Verkaufsbedingungen oder „Bündel-Deals“, die auch Flüssigerdgas einschließen. Um bei Indien aber mit besseren Preisen zu landen als Russland, müssten die USA ordentliche Rabatte anbieten – genau das hatte Putin getan und verkauft Indien sein Öl zu teils enormen Vergünstigungen. Andernfalls würde er auf dem Öl sitzen bleiben. CEPA sieht bereits bei einer Halbierung der russischen Ölimporte für Indien einen signifikanten Verlust für Russlands Wirtschaft voraus.
USA verstärken Ölproduktion – und hängen Saudi-Arabien ab
Indien gehört zwar ebenso wie Russland dem BRICS-Bündnis an, kauft Putins Öl aber keineswegs aus ideologischen Gründen. Neu-Delhi geht es ausschließlich um den Preis – in der Vergangenheit hatte das Land bereits angekündigt, sofort auf den Mittleren Osten umschwenken zu würden, sollte sich der Kauf fort als rentabler herausstellen.
Oder eben aus den USA. Die Vereinigten Staaten haben bei der Ölproduktion angezogen wie kaum ein anderes Land. Wie die U.S. Energy Information Administration (EIA) mitteilt, sind dafür massive technologische Innovationen verantwortlich. Die Behörde gab an, dass die USA derzeit mehr Rohöl produzieren als es je eine andere Nation je getan hat – und das bereits seit sechs Jahren in Folge. Pro Tag produziert das Land durchschnittlich 12,9 Millionen Barrel Öl (Stand 2023), was den Rekord von 12,3 Millionen Barrel pro Tag (2019) in den Schatten stellt.
Aktuell gebe es kein Land, das mit dieser Produktion mithalten könnte. Sogar der saudi-arabische Öl-Titan Saudi Aramco soll kürzlich Pläne, die Produktionskapazität bis 2027 auf 13 Millionen Barrel pro Tag erhöhen zu wollen, gestrichen haben. CEPA warnte in diesem Zusammenhang jedoch vor Auswirkungen auf den heimischen US-Markt. Ein verstärkter Export könnte zu höheren Preisen innerhalb des Landes führen.
Schwachstelle von Russlands Wirtschaft – USA sanktionieren die Schattenflotte
Rohöl und Gas sind bereits vor Jahren ins Visier der Westmächte in Bezug auf etwaige Sanktionen geraten. Kein Wunder: Die beiden Rohstoffe sind für Russlands Wirtschaft die wichtigsten Exportgüter. Die G7-Nationen hatten, um die Gewinne aus diesem Exporthandel zu verringern, bereits einen Ölpreisdeckel eingesetzt, der russisches Öl künstlich billiger halten sollte. Diesen hatte Putin allerdings mit der berüchtigten Schattenflotte teilweise umgangen.
Gleichzeitig leidet Russlands Energiesektor unter ukrainischen Angriffen. Die Ukraine hatte im Januar einen Tage andauernden Großangriff mit Drohnen auf verschiedene russische Raffinerien und Produktionsstätten von Öl und Gas begonnen, außerdem griff sie Gas- und Ölpipelines an.
Und zuletzt zeigte eine indische Maßnahme die Wirksamkeit von US-Sanktionen. Nach einer Sanktionswelle von Anfang Januar, die auf die russische Schattenflotte zielte, hatten nicht nur chinesische Häfen diesen Tankern den Einlass verwehrt, einige indische Finanzinstitute hatten damit begonnen, Zahlungen für russisches Rohöl zu blockieren. Das hatte Energy Intelligence am 20. Januar berichtet. Aus Sorge vor möglichen Folgen von Sekundärsanktionen hatten sich staatliche Banken, darunter die State Bank of India, zunehmend vorsichtig verhalten.