Forum

Forum-Breadcrumbs - Du bist hier:ForumPolitik: EU - newsAußenhandel und Zoll

Außenhandel und Zoll

Zitat

 

„Europas Kanonen sind geladen“ – So will die EU Trumps Autozölle kontern

Einem gut unterrichteten EU-Abgeordneten zufolge wird die Reaktion auf die Autozölle von US-Präsident Donald Trump konkreter. Auf der Liste sollen Markenkleidung und Agrarprodukte stehen. Auch für den Fall, dass Trump weitere Zölle einführt, ist man vorbereitet.

Die EU-Kommission ist auf einen Zollstreit mit den USA vorbereitet picture alliance/Goldmann

Vor der Bekanntgabe des neuen amerikanischen Zollregimes am Mittwoch durch US-Präsident Donald Trump zeichnen sich die Gegenmaßnahmen der Europäischen Union ab. Das berichtet der „Tagesspiegel“. Die Zeitung zitiert den SPD-Europaabgeordneten Bernd Lange, dem zufolge es um ein Paket geht, das dem durch Autozölle erwarteten „ökonomischen Schaden in zweistelliger Milliardenhöhe“ entspricht.

Als Datum dafür sei der 14. April ins Auge gefasst. „Ich erwarte, dass die EU Zölle auf hochwertige Markenkleidung oder Agrarprodukte wie Soja erheben wird, wo wir erhebliche Mengen aus den USA beziehen“, sagte Lange, der als Vorsitzender des Handelsausschusses im Europaparlament gut über die Pläne der Brüsseler Kommission unterrichtet ist. Auf der Liste würden zudem „alle möglichen Industrieprodukte stehen“.

„Wir wollen den USA nicht mehr Schaden zufügen, als uns zugefügt wird“, sagte Lange. Die EU-Kommission achte zudem darauf, nur Produkte zu belasten, für die es Alternativen in Europa gebe, „sodass unsere Verbraucherinnen und Verbraucher nicht zu sehr belastet werden“, fügte er hinzu.

Auf den Fall, dass die US-Regierung weitere Zölle erheben könnte, ist die EU demnach vorbereitet. „Wir wissen aus den Gesprächen der EU-Kommission mit seiner Administration, dass auch Maschinenbau, Kupfer und Halbleiterchips im Fokus der Amerikaner stehen“, so Lange weiter: „In Brüssel glauben manche sogar, Trump könnte Strafzölle auf ausnahmslos alle europäischen Produkte verhängen.“

Zölle auf Computer oder Smartphones könnten folgen

Ginge der US-Präsident weit über höhere Autozölle hinaus, wären aus Sicht des Sozialdemokraten Zölle auf Computer oder Smartphones „die nächste oder übernächste Eskalationsstufe“. Das gelte auch für Dienstleistungen durch US-Firmen wie Apple oder PayPal. „Sollte Trump weiter eskalieren“, sagte Lange weiter, könnte die EU auch „eine Abgabe auf digitale Geschäfte mit US-Firmen erheben“.

Außerdem sei die EU etwa in der Lage, Patente ruhen zu lassen oder die Beteiligung an öffentlichen Beschaffungsaufträgen oder Forschungsprojekten zu begrenzen. „Um in der Sprache eines Handelskriegs zu bleiben: Europas Kanonen sind geladen“, sagte Lange dem „Tagesspiegel“.

Trump hatte kürzlich Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Autoimporte angekündigt, die am 2. April in Kraft treten sollen. Der Schritt heizt den Handelskonflikt zwischen den USA und der Europäischen Union weiter an. Besonders die deutsche Autoindustrie dürften die Strafmaßmaßnahmen hart treffen. Trump will mit den Zöllen die USA als Produktionsstandort stärken und Handelsdefizite abbauen.

Zitat

EU droht mit Digitalsteuer: Trump plant wohl Zölle von 20 Prozent

 

Mit Spannung wartet die Welt auf Trumps angekündigten Zollrundumschlag. Ein Insider lässt durchblicken, fast alle Handelspartner der USA müssten mit Aufschlägen von 20 Prozent rechnen. EU-Kommissionschefin von der Leyen sagt, man habe dagegen einen "starken Plan" in der Schublade.

EU-Kommissions-Chefin von der Leyen bereitet sich darauf vor, zahlreiche Gegenzölle zu verhängen.© REUTERS

Die US-Regierung von Donald Trump bereitet einem Zeitungsbericht zufolge breit angelegte Zölle gegen zahlreiche Länder vor. Sie dürften in der Größenordnung von rund 20 Prozent liegen, berichtete die "Washington Post" und berief sich dabei auf Insider, die mit den Vorbereitungen vertraut sind. Trump will am morgigen Mittwoch "reziproke Zölle", also wechselseitige Zölle gegen fast alle Handelspartner verkünden und spricht von einem "Tag der Befreiung". Die EU drohte erneut mit Gegenmaßnahmen und pochte auf Verhandlungen, damit es nicht zu einer Eskalation des Handelsstreits kommt.

Der "Washington Post" zufolge dürften die neuen Zölle auf die meisten Importe in die USA erhoben werden. Es werde mit zusätzlichen Einnahmen in Billionen-Höhe gerechnet, die dann für Steuerrückerstattungen verwendet werden könnten. Die Insider betonten allerdings, es sei noch keine finale Entscheidung im Weißen Haus gefallen. Zahlreiche Optionen seien auf dem Tisch.

Das US-Präsidialamt äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht. Trump hat bereits mehrere Sonderzölle in Kraft gesetzt, etwa auf Stahl und Aluminium, außerdem auf alle Lieferungen aus China. Höhere Zölle auf Auto-Importe der USA greifen ab Donnerstag. Diese dürften vor allem die Europäische Union treffen.

Von der Leyen setzt noch auf Gespräche und droht

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte im Europäischen Parlament, es liege ein "starker Plan" in der Schublade. "Unser Ziel ist eine Verhandlungslösung. Aber natürlich werden wir, wenn nötig, unsere Interessen, unsere Menschen und unsere Unternehmen schützen", sagte sie in Straßburg. "Wir wollen nicht unbedingt Vergeltung üben." Wenn dies aber notwendig sei, werde der Plan umgesetzt. Zuletzt wurden Forderungen laut, die Internet-Riesen aus den USA ins Visier zu nehmen. Dies könnte Gebühren bedeuten oder sogar eine Digitalsteuer.

Details nannte von der Leyen nicht. Nach Angaben aus Kommissionskreisen beinhaltet der Plan aber unter anderem die Einführung weitreichender Gegenzölle. Bereits angekündigt ist, dass Mitte April die derzeit ausgesetzten Sonderzölle auf US-Produkte wie Jeans, Bourbon-Whiskey, Motorräder und Erdnussbutter wieder eingeführt werden. Dies ist aber die Reaktion auf die US-Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte, die bereits in Kraft getreten sind. Von der Leyen sagte, die US-Zölle würden die Inflation wieder anheizen, die Kosten von Unternehmen in die Höhe treiben und am Ende zu Stellenstreichungen führen.

 

EU: Handelsüberschuss nicht der Rede wert

Die EU-Kommission verweist in dem Handelskonflikt auch immer wieder darauf, dass die USA mehr Dienstleistungen in die EU verkaufen als umgekehrt. Berücksichtigt man sowohl Waren als auch Dienstleistungen, hat es 2023 nach Zahlen aus Brüssel beispielsweise nur einen geringen EU-Handelsüberschuss von 48 Milliarden Euro gegeben. Das entsprach drei Prozent des gesamten Handels zwischen den USA und der EU.

Die EU will - auch als Reaktion auf Trump - in Zukunft ihre Handelspartnerschaften auf ein breiteres Fundament stellen. Außerdem sollen Handelshemmnisse innerhalb des Binnenmarktes beseitigt werden. Dazu soll die Kommission nächsten Monat konkrete Vorschläge machen.

Zitat

„Dieser Tag wird in die Geschichte eingehen“: Trump kündigt Zölle von 20 Prozent für die EU und 34 Prozent für China an

 

US-Präsident Trump verschärft seinen ohnehin schon drastischen Zollkurs weiter. Im Rosengarten des Weiten Hauses macht er Handelspartnern eine harte Ansage. Die EU dürfte wenig erfreut sein.

US-Präsident Donald Trump hält eine Tabelle, während er während einer Veranstaltung im Rosengarten mit dem Titel „Make America Wealthy Again“© Foto: AFP/BRENDAN SMIALOWSKI

US-Präsident Donald Trump setzt seine aggressive Handelspolitik fort und bringt ein neues weitreichendes Zollpaket auf den Weg. Er werde ein System wechselseitiger Zölle „für Länder in der ganzen Welt“ einführen, sagte der Republikaner am Mittwoch im Rosengarten des Weißen Hauses.

Für Importe aus der EU gibt Trump Zölle in Höhe von 20 Prozent bekannt. Dies geht aus einer Tabelle hervor, die er bei der Ankündigung der Maßnahmen hochhält

Ein Handelskrieg mit der Europäische Union scheint nun unausweichlich – die neuen Strafabgaben dürften die Weltwirtschaft ins Wanken bringen.

„Dieser Tag wird in die Geschichte eingehen als der Tag, an dem die amerikanische Industrie wiedergeboren wurde, als der Tag, an dem Amerika sein Schicksal zurückerobert hat, und als der Tag, an dem wir begonnen haben, Amerika wieder reich zu machen“, sagte Trump.

Dies sei einer der wichtigsten Tage in der US-Geschichte. Das „goldene Zeitalter“ der USA komme zurück.

Goldpreis legt zu, Tech-Aktien geben nach

Der Goldpreis legt nach der Zollankündigung von US-Präsident Donald Trump zu. Der Preis für eine Feinunze steigt zunächst um 0,7 Prozent auf 3133,57 Dollar. „Die Vergeltungszölle sind deutlich aggressiver als erwartet“, sagt der unabhängige Metallhändler Tai Wong. „Die Aussichten für Gold sind hier hervorragend, mit 3200 Dollar als neuem kurzfristigen Ziel.“

Die Aktien großer Technologiekonzerne geben im nachbörslichen US-Handel zunächst deutlich nach. Apple fällt um 6,1 Prozent, Microsoft um zwei Prozent und Nvidia um 4,7 Prozent. Amazon gibt fünf Prozent nach, Meta fällt ebenfalls 4,7 Prozent und Tesla 5,9 Prozent. Für Alphabet geht es drei Prozent runter, für Alibaba 3,9 Prozent und für Netflix 2,8 Prozent.

„Tag der Befreiung“

Der Republikaner hatte den Tag der Verkündung vorab als „Tag der Befreiung“ angepriesen und die Verhängung wechselseitiger Zölle angekündigt. Das bedeutet im Prinzip, dass die USA überall dort ihre Zölle entsprechend im Verhältnis anheben, wo sie derzeit weniger verlangen als ihre Handelspartner.

Trump setzt seit dem Wiedereinzug ins Weiße Haus – ähnlich wie in seiner ersten Amtszeit – im großen Stil auf Zölle. Er verhängte bereits Strafabgaben auf alle Aluminium- und Stahlimporte, brachte Zölle in Höhe von 25 Prozent auf importierte Autos und Autoteile auf den Weg, führte erhöhte Zölle auf alle Waren aus China ein und nahm seine Nachbarn Kanada und Mexiko ins Visier. Gerade die Autozölle treffen Europa und den deutschen Markt schwer.

Zölle haben Folgen für Verbraucher

Ein Importzoll funktioniert ähnlich wie eine Steuer. Sie muss vom importierenden Unternehmen gezahlt werden - in diesem Fall also von den Unternehmen in den USA. Es gilt als wahrscheinlich, dass die importierenden Firmen die höheren Kosten nicht einfach selbst übernehmen.

Sie dürften sie an die Verbraucher weitergeben – die Preise steigen so, und die Inflation könnte wieder angeheizt werden.

Trumps Ziel ist, US-Unternehmen davon abzuhalten, Produkte aus dem Ausland einzuführen. Das soll langfristig den Produktionsstandort USA fördern.

Da mit Gegenzöllen gerechnet wird und auf die exportierenden Unternehmen Umsatzeinbußen zukommen dürften, könnte dies zu einem Rückgang der Produktion und möglichen Stellenstreichungen führen, was die Wirtschaft insgesamt belasten kann.

Ein eskalierender Handelskonflikt zwischen den USA und der EU wird daher auch für deutsche Verbraucher deutlich spürbare Auswirkungen haben.

Außenhandelspräsident: „Das werden wir spüren“

Außenhandelspräsident Dirk Jandura erwartet negative Folgen für die deutsche Wirtschaft. „Ich sage es ganz offen: Das werden wir spüren“, sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) am Mittwochabend der Nachrichtenagentur Reuters.

„Die Zölle werden wir in Preissteigerungen umsetzen müssen, und das bedeutet in vielen Fällen einen Umsatzrückgang.“ Bei kleineren Unternehmen, die schon geschwächt aus den letzten schwierigen Jahren gekommen seien, könne das auch das Aus bedeuten. Damit treffe es dann auch deren Arbeitnehmer.

EU-Handelspolitiker: Wir werden nicht klein beigeben

Der Vorsitzende des Handelsausschusses im Europäischen Parlament erwartet ebenfalls schwerwiegende negative Konsequenzen, gibt sich aber kämpferisch. „Diese ungerechtfertigten, illegalen und unverhältnismäßigen Maßnahmen können nur zu einer weiteren Eskalation und einer wirtschaftlichen Abwärtsspirale für die USA und die Welt insgesamt führen“, sagte der deutsche SPD-Politiker Bernd Lange.

Trump möge von einem Tag „Tag der Befreiung“ sprechen, aus der Sicht des Normalbürgers sei es allerdings eher ein „Tag der Inflation“.

Mit Blick auf die möglichen Antworten auf die Zoll-Politik von Trump sagte Lange: „Alle betroffenen Länder müssen geschlossen reagieren und eine klare Botschaft an die USA senden, um diesem Zollwahnsinn ein Ende zu setzen.“ Als EU werde man nun prüfen, welche Instrumente im Werkzeugkasten am besten geeignet seien.

Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bezeichnet die US-Zölle als „falsch“. Sie hoffe vielmehr auf eine Zusammenarbeit der USA und Europas, um einen Handelskrieg zu vermeiden, sagt sie. Dieser würde den Westen schwächen.

Verband der Chemischen Industrie warnt vor Eskalation

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) warnt indessen vor einer Eskalation. „Wir bedauern die Entscheidung der US-Regierung“, erklärte VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup am Mittwochabend. „Jetzt gilt es für alle Beteiligten, einen kühlen Kopf zu bewahren. Eine Eskalationsspirale würde den Schaden nur vergrößern.“

Deutschland dürfe „nicht zum Spielball eines ausufernden Handelskrieges werden“, fuhr der VCI-Hauptgeschäftsführer fort. Die Europäische Union müsse in ihrer Reaktion „flexibel und im engen Dialog mit Washington“ bleiben.

Die Bundesregierung müsse auch dazu beitragen, dass Brüssel mit einer Stimme für die EU spreche. „Europa braucht ein starkes Mandat, auch im Interesse der deutschen Industrie.“ Das Ziel müsse eine „beidseitig faire Lösung“ für Europa und die USA sein.

Britischer Minister: Bleiben „ruhig und entschlossen“

Großbritannien wird Wirtschaftsminister Jonathan Reynolds zufolge angesichts der US-Zölle „ruhig und entschlossen“ bleiben, ein Wirtschaftsabkommen mit den USA anzustreben. „Wir haben eine Reihe von Instrumenten zur Verfügung und werden nicht zögern zu handeln“, heißt es in einer Erklärung.

Darin weist Reynolds auch darauf hin, dass die USA der engste Verbündete des Königreichs seien. Die USA haben für Großbritannien Zölle von zehn Prozent vorgesehen.

Australien wird Ministerpräsident Anthony Albanese zufolge auf Vergeltungszölle verzichten. „Wir werden weiterhin mit Nachdruck dafür eintreten, dass diese ungerechtfertigten Zölle für unsere Exporteure aufgehoben werden“, sagte er.

Die von den USA angekündigten Aufschläge seien „nicht die Tat eines Freundes“. Die Maßnahme werde die Kosten für amerikanische Haushalte in die Höhe treiben.