Nach „Trauzeugenaffäre“
„Schwerwiegende“ Mängel: Plagiatsjäger werden bei Habeck-Vertrautem Graichen wohl erneut fündig
Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne, r) gemeinsam mit seinem früheren Staatssekretär Patrick Graichen.© Kay Nietfeld/dpa
Patrick Graichen, der frühere Staatssekretär von Robert Habeck, soll auch bei seiner Masterarbeit plagiiert haben. Der Druck auf den 51-Jährigen nimmt zu.
Berlin – In der Causa Graichen scheint auch gut anderthalb Wochen nach dessen Versetzung in den Ruhestand keine Ruhe einzukehren. Der frühere Staatssekretär im Wirtschaftsministerium muss sich aktuell gegen Plagiatsvorwürfe zur Wehr setzen. Vor knapp anderthalb Wochen war die Doktorarbeit des Vertrauten von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) in den Fokus von Plagiatsjägern gerückt. Am Dienstag (30. Mai) folgten nun weitere Vorwürfe. Auch bei seiner Masterarbeit an der renommierten Cambridge University soll Graichen plagiiert haben.
Graichen weiter unter Druck: Ungereimtheiten auch in Masterarbeit – „schwerwiegend plagiiert“
Der Plagiatsexperte Jochen Zenthöfer hatte bereits vor einer Woche Plagiatsvorwürfe gegen Graichen aufgrund dessen Doktorarbeit an der Uni Heidelberg erhoben. „Es handelt sich um 30 Plagiatsfragmente, die teilweise aus mehreren Sätzen bestehen“, sagte Zenthöfer der Bild am Sonntag. Graichen wies die Vorwürfe zurück, kündigte aber dennoch an, seine Doktorarbeit prüfen zu lassen.
„Trauzeugenaffäre“ im Wirtschaftsministerium – Habeck-Ministerium in der Kritik
Der frühere Staatssekretär war Mitte Mai von Wirtschaftsminister Robert Habeck in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden. Graichen hatte Ende April eingeräumt, dass er seinem Trauzeugen zu einem Chefposten bei der staatseigenen Deutschen Energie-Agentur verholfen hatte. Im Zuge weiterer Untersuchungen war zudem ein von Graichen gebilligtes Klimaschutz-Projekt ans Licht gekommen. Beantragt hatte es der Berliner Landesverband der Umweltorganisation BUND - in dessen Vorstand die Schwester Graichens sitzt. Für Kritik hatte auch die enge Vernetzung Graichens mit dem Öko-Institut und der Berliner Denkfabrik Agora Energiewende gesorgt.